Intermetallische Phasen werden oft mit Hochleistungswerkstoffen für Turbinen in Verbindung gebracht. In der täglichen Fertigung begegnen sie Technikern aber viel häufiger an einer ganz anderen Stelle: in der Grenzschicht, wo zwei Metalle miteinander verbunden werden. Beim Löten, beim Feuerverzinken und beim Fügen von Aluminium mit Stahl entscheidet eine oft nur wenige Mikrometer dünne Zone darüber, ob eine Verbindung hält oder versagt.
Weichlöten: Ohne intermetallische Schicht keine Lötstelle
Eine Lötverbindung auf Kupfer entsteht erst dadurch, dass Zinn aus dem Lot mit dem Kupfer reagiert. Dabei bilden sich die Phasen Cu6Sn5 und, näher am Kupfer, Cu3Sn. Diese Schicht ist ausdrücklich erwünscht, denn sie stellt die metallurgische Bindung her. Fehlt sie, spricht man von einer kalten Lötstelle, die elektrisch und mechanisch unzuverlässig ist.
Read More „Die unterschätzte Grenzschicht: Intermetallische Phasen beim Löten, Verzinken und Fügen“

